Bericht von Mag. Martin Anzengruber (HTL RIED)

SchülerInnen der HTL Ried-Innviertel hatten die einmalige Möglichkeit im Rahmen des Projektes „Forschung macht Schule“ Einblicke in die naturwissenschaftliche Forschungstätigkeit zu bekommen. Gemeinsam mit wissenschaftlichen Mitarbeitern der Arbeitsgruppe „Landschaft & Nachhaltige Entwicklung“ der Universität Salzburg wurden Fragestellungen rund um Klima, Wasser, Boden, Vegetation und Landnutzung bearbeitet. Als Durchführungsort diente die Alpine Forschungsstation Sameralm in der Gemeinde Werfenweng am Südost-Abhang des Tennengebirges in einer Höhe von 1510 m. Als einstige Almhütte ist sie nun schon mehr als drei Jahrzehnte Forschungs- und Lehrstätte für Salzburger Geographen. Ein Blick auf die Homepage www.lasd.at zeigt die Bereiche in denen die AG "Landschaft & Nachhaltige Entwicklung" tätig ist.

alle Bilder von Mag. Markus Hofer

Nach einem zweistündigen Aufstieg zur Forschungsstation wurde in Kleingruppen mit der Feldforschung begonnen. Im Mittelpunkt standen Messungen zum Lokalklima, Gewässeranalysen, Gesteinsbestimmungen mittels Salzsäure, das Graben von Bodenprofilen, Vegetationsbestimmungen und Geländeanalysen. Das selbständig gewonnene Datenmaterial wurde in weiterer Folge analysiert, interpretiert und präsentiert.

Primäres Ziel war es, das Verständnis der SchülerInnen für Mensch-Umwelt-Interaktionen (Almwirtschaft, Tourismus etc.) zu fördern. Dabei wurde auf die oftmals massive Störung der Ökosysteme durch nicht nachhaltige menschliche Nutzung hingewiesen. SchülerInnen sollten so die Auswirkungen menschlichen Handelns abschätzen lernen und die Begrenztheit der natürlichen Ressourcen erkennen.

Im Rahmen des Projektes wurde den SchülerInnen außerdem das innovative Tourismuskonzept („Sanfte Mobilität“) der Gemeinde Werfenweng präsentiert. Auch Grundlegendes zu alternativen Energiequellen sowie Chancen und Risiken rund um „Energie-Autarkie“ kamen zur Sprache. Mit der Präsentation des Elektrofuhrparks wurde der zweitätige Forschungsaufenthalt mit einem echten Highlight abgerundet.
Denn dabei hatten SchülerInnen gleichzeitig die Möglichkeit verschiedene „Spaßmobile“ auszuprobieren.

Die HTL Ried-Innviertel legt aktuell neben dem technisch-praktischen Lehrplan verstärkt Wert auf Allgemeinbildung. Da das Projekt im Rahmen des Faches „Geographie“ angesiedelt ist, wird somit ein Beitrag zur Allgemeinbildung mit aktivem Bezug zu einer naturwissenschaftlichen Forschungseinrichtung geleistet. Die Kooperation mit der Universität Salzburg wurde durch Mag. Martin Anzengruber ermöglicht. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am FB Geographie und Geologie und seit 2008 Lehrer an der HTL Ried-Innviertel.